Kirchen und Kapellen
Unterbäch
Pfarrkirche:
Mittelpunkt und Hauptsehenswürdigkeit der reizvollen, an Kapellen und Bildstöcken reichen Sakrallandschaft ist zweifellos die Pfarrkirche. Nach dem sich die Leute von Bürchen und Unterbäch nicht ohne Differenzen 1556 im Bauvertrag auf den heutigen Standort geeinigt hatten, konnte das Gotteshaus 1558 vom Bischof geweiht und unter den Schutz der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und ihrer sieben Freuden, des hl. Maruritius und seiner Gefährten sowie aller Heiligen gestellt werden. Der Gründungsbau von 1558 ist, wie die jüngste Bauuntersuchung (1993) ergeben hat, nicht über einer früheren Kapelle gebaut worden. Aus der Zeit der ersten Kirche stammen der vergitterte Wandtabernakel mir Jahreszahl 1558 und Steinmetzzeichen sowie das beim Bau der Sakristei vermauerte, jetzt wieder freigelegte nördliche Chorfenster samt Verkündigungsfresko. Das Chorfenster birgt neu die Wappenscheibe eines Peter Schlüechter, Kastlan im Holz (datiert 1651), den der Volksmund als Kirchengründer verehrt.
Kapelle auf dem Capetsch
Am östlichen Dorfrand, am Fussweg nach Bürchen, liegt idyllisch im Wald die im Volk so beliebte Kapelle auf dem Capetsch. Einer unverbürgten Notiz von Peter Joseph Erpen, Pfarrer in Unterbäch (1733 - 1741), entnehmen wir, "dass 1629 am Berge Eischoll und in einigen Häusern von Unterbäch die Pest gewütet habe. Daraufhin hätten die Bürchner 1632 die Kapelle zu Ehren des hl. Sebastian auf dem Capetsch errichtet, die ihren eigenen Friedhof besass, damit Bürchen in Zeiten der Pest seine Toten da selbst bestatten konnte. Die Kapelle sei 1736 renoviert und erweitert worden." Später, 1856 überliess Bürchen die im Erdbeben des Vorjahres in Mitleidenschaft gezogene Kapelle Unterbäch, da sich Bürchen auf die Errichtung eines Pfarrrektorates konzentrierte und so durch die wegfallenden Unterhaltskosten entlastet wurde. Unterbäch seinerseits sah sich durch das Geschenk der Verpflichtung enthoben, die vom Erdbeben 1855 vollständig zerstörte Kapelle auf der Hohegga wieder aufzubauen. Lediglich deren Patrozinium (hl. Antonius von Padua) ging mit der Heligenfigur auf die Capetschkapelle über. Noch heute sieht man viele Unterbächner auf dem Weg zur Capetschkapelle.
Kapelle auf der Hohegga
Auf der Hohegga einem bewaldeten Hügelzug und Ausläufer des Burgerwalds zwischen Bürchen und Unterbäch, stand bis 1855 weit sichtbar eine Kapelle. Sie ist im November 1699 dem hl. Antonius von Padua geweiht und vielleicht im selben Jahr erbaut worden. An die nach dem Erdbeben von 1855 nicht wiederaufgebaute Kapelle auf der Hohegga erinnern heute nur mehr die in die Capetschkapelle übertragene Antoniusfigur, die dem dortigen Heiligtum seinen heutigen Namen gegeben hat. Siehe Kapelle auf dem Capetsch.
Im religiösen Brauchtum lebte das Andenken der Kapelle in der Bittprozession weiter, die bis vor etwa 30 Jahren nach eindringlichem Exsurge Domine auf der Hohegga Station machte, bevor sie auf dem Fusspfad dem östlichen Waldrücken entlang (heute nicht mehr begehbar) psalmodierend zur Capetschkapelle hinabstieg.
Kapelle im Holz
Eine halbe Stunde oberhalb des Dorfes, vor imposanter Kulisse des Bietschhorns, fügt sich die Bartholomäuskapelle aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit mehreren älteren Gebäuden zum malerischen Weiler Holz. Als Kapellenpatron ist der hl. Apostel Bartholomäus in Zentrum gerückt, begleitet vom erstbezeugten Walliser Bischof und Diözesenpatron Theodul mit Glocke und Teufel als typischen Attributen (links) und dem hl. Antonius dem Einsiedler (rechts) in den Seitennischen. Nach einer Renovation in den 60er Jahren ist die Kapelle aus Anlass der 700-Jahrfeier 1999/2000 fachkundig restauriert worden. Am Türmchen mit offenem Rippenhelm aus Tuff sind Kreuz und Glocke ergänzt.
Kapelle im Ginals
Jüngeren Datums ist die Kapelle im Ginals, die von der Senntums-Genossenschaft unterhalten wird und wohl noch im 19. Jahrhundert erbaut worden ist. Die Statue der Madonna von Lourdes ist heute durch eine Holzplastik ersetzt.
"Kapelle" in der Bächi
Den Fussweg nach Eischoll säumt ein Kapellchen - eigentlich ein Bildstock-, ein rechteckiger Bau mit einem Satteldach aus Steinplatten. Das Muttergottesheiligtum ist im 19. Jahrhundert von den Bewohnern des Weilers Bächi erbaut worden und wird heute von Privaten unterhalten.
Das "Bärgkapälli"
Das heute abgetragene Kapellchen - ebenfalls ein Bildstock- am Fussweg nach Raron, oberhalb des Weilers Turtig, lebt nur noch im Flurnamen "Bärgkapälli" weiter. Ob es mit dem 1769 bezeugten Bildstock der Schmerzhaften Muttergottes "auf der Liwi", oberhalb Turtig, gleichgesetzt werden darf, ist ungewiss.